Schokoladen-Vielfalt hieß das Motto des Nachmittags,

und sehr schokoladig sahen die Kuchen aus, die von fleißigen Kuchenspenderinnen für den Nachmittagskaffee im katholischen Gemeindehaus ankamen. Sachertorte, gespickter Rehrücken, Brownies, Muffins, Ameisenkuchen, Feuerwehrkuchen, ein Schoko-Kuchen mit Zucchini, aber doch auch ein leckere Apfelkuchen. Dazu gab es Kaffee, Tee, kalte Getränke und speziell wurde heiße Schokolade angeboten.

  

Der Andrang war erfreulich groß und bald war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt.

Silke Hornung und Peter Leide eröffneten den Nachmittag mit dem süßen „candy man“ von Sammy Davis jr..

Günter Eisenhardt begrüßte alle Gäste mit ein paar Worten zur Geschichte der Kakaobohne und mit einem Ausschnitt aus dem Film „Chocolat“. Er berichtete, dass die ältesten Erkenntnisse zum Genuss von Kakao auf das Volk der Olmeken zurückgehen, welches 1500 vor Christus in Mexiko gelebt hat. Etwa 1000 v. Chr. wurde der Kakao-Anbau und dessen Genuss von den Maya übernommen und weiterentwickelt. Obwohl die Maya die Kakaobohnen bereits trockneten, hatte das Getränk wenig mit dem zu tun, wie wir es heute kennen. Sie vermischten die geschroteten Bohnen mit Wasser, gaben Gewürze wie Chili und Vanille hinzu und gossen das Ganze immer wieder auf, so dass ein wohlschmeckender Schaum entstand, der ungesüßt getrunken wurde. Aber längst nicht von allen – denn Kakao war kein Getränk für jedermann, sondern war vor allem dem Adel vorbehalten. Auch die Azteken tranken ihre Schokolade als „Bitteres Wasser“. Außerdem dienten Kakaobohnen als Zahlungsmittel und zur Brautwerbung. Daher berichteten die ersten spanischen Eroberer, dass in Mexiko das Geld auf Bäumen wachse.
Bis die Europäer den Kakao als Genussmittel schätzen lernten, verging aber noch viel Zeit!
Erst nach Beginn des 17. Jahrhunderts begann in Spanien der Import von Kakao – ebenfalls in ersten Linie für den Adel. Die Schokolade wurde noch immer bitter getrunken. Nach und nach würzte man dann aber mehr mit Zimt und Vanille als mit Chili. In den restlichen europäischen Ländern breitete sich die Kakao-Kultur dann allmählich von Adel zu Adel aus. In deutschen Landen hielt der Kakao zunächst als Arzneimittel Einzug und war als „Gesundheitsschokolade“ nur in Apotheken erhältlich. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war Kakao dann auch hierzulande das Genussmittel für Adel und wohlhabende Bürger. Für das einfache Volk blieb er weiterhin unerschwinglich. Preußenkönig Friedrich der Große würzte seinen Kakao am liebsten mit Pfeffer und Senf. Er war ebenso ein großer Liebhaber des neuen Getränks wie Schiller und Goethe.

Der Referent des Abends war Herrn Reinhard Bartel vom Eine-Welt-Kreis. Er zeigte in seinem Vortrag „Der Weg der Kakaobohne vom kleinbäuerlichen Anbau bis zur Verarbeitung als fair gehandelte Schokolade“ Hauptsächlich in Afrika und Lateinamerika wird Bio-Kakao angebaut. Dabei werden keine Pestizide und kein Kunstdünger verwendet. In mühevoller Arbeit wird geerntet und fermentiert, im zweiten Schritt erfolgt die Trocknung und Auslese der Bohnen bevor sie verpackt und verschifft werden. Als weitere Zutat für Schokolade wird Bio-Mascobado-Vollrohrzucker von Genossenschaften auf den Philippinen gekauft. GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der 3. Welt mbH) kauft den Rohkakao bei Kooperativen. Für eine Tonne Rohkakao in Bio-Qualität werden durchschnittlich 20 % über dem Weltmarktpreis bezahlt. Davon können die Handelspartner mehr an ihre Mitgliedsbauern auszahlen und zusätzlich noch in Gemeinschaftsprojekte für eine soziale und nachhaltige Entwicklung, wie Schulbau, Bau von Brunnen, ärztliche Versorgung, usw., investieren. Fair gehandelte Schokolade hat ihren Preis, dafür bekommt man aber auch sehr gute Qualität mit viel Kakao, wenig Zucker und keinen künstlichen Aromen.

Während des Vortrags würfelten Judith und Elisabeth mit den Kinder im Nebenraum um eingepackte Schokolade. Der Klassiker der Kindergeburtstage kam auch an diesem Nachmittag lustig-lecker bei den kleinen Gästen an.

Das offizielle Programm beendeten Silke und Peter mit Trude Herr´s Klassiker „Ich will keine Schokolade“. Dazu wurden Kostproben der verschiedenen Schokoladensorten der fair gehandelten Tafeln vom Eine-Welt-Kreis Dußlingen angeboten.

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Gäste, allen Helferinnen und Helfer, allen Kuchenbäckerinnen und Programmgestalter für diesen süßen Nachmittag.

Das nächste Projekt Café – FrühlingsKultur „Im Märzen der Bauer“, findet am 20. März von 15.00 – 18.00 Uhr im katholischen Gemeindehaus statt.

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Projekt Café –weitere Termine 2019
Mittwoch, 20.03.: FrühlingsKultur – „Im Märzen der Bauer…“, im kath. Gemeindehaus
Mittwoch, 17.04.: Alles rund ums Osterei, im kath. Gemeindehaus