Beitrag Gemeindebote für 11. Mai 2018

Nachtwanderung in den Dußlinger Wald
Mehr als 60 interessierte Erwachsene und Kinder trafen sich am Samstag letzter Woche zur ersten Nachtwanderung der Dußlinger Bürgerstiftung.
Annerose und Peter Wuchter führten auf der knapp fünf Kilometer langen schönen Strecke zu einzelnen Stationen, an denen unterstützt von Revierförster Reinhold Gerster und Heinz Fauser viel Wissenswertes über Bäume, Pflanzen und die Bewohner des Waldes zu erfahren war.
Noch bevor die Dämmerung anbrach, konnten die frischgrünen Blätter der Stieleichen mit ihrer zarten Mittelrippe und den vielen Verästelungen bewundert werden.
Auf den mit Bärlauch, Waldmeister und Sternmiere bewachsenen schmalen Waldwegen ging es hinein in den „Heiligenwald“. Dort, an dem steinernen Sühnekreuz mit der Inschrift „Johannes Raid 1751“ überraschte uns ein „Wilderer“ und erzählte spannend, welch tragischer Jagdunfall sich hier am 19. Dezember 1751 ereignet hatte.
Wie ein Teppich bedeckten abgefallene Buchenblüten den Waldweg, der uns auf eine kleine Lichtung führte auf der wir erst den Waldgeräuschen lauschten und dann mit Spiegeln den Wald aus einer ganz neuen Perspektive betrachteten.
An der Hanneslehütte beim Trinkwasserbehälter für Dußlingen fanden die Kinder Teile eines skelettierten Wildschweinschädels an dem Heinz Fauser und Förster Gerster die typische spitze Form, das Gebiss sowie Möglichkeiten der Altersbestimmung erläuterten. Zusätzlich informierte der Jäger Heinz Fauser zum Wildbestand und darüber, dass im letzten Jahr im Dußlinger Wald 600 Wildschweine, 400 Rehe, 10 Füchse und wenige Dachse und Marder von den Jägern geschossen wurden.
Bevor es dann richtig dunkel wurde, konnten wir noch einen grandiosen Ausblick auf die in der Ferne zu sehende Wurmlinger Kapelle genießen. Aus einer von den Kindern aufgestöberten Dose durften alle eine Kleinigkeit – natürlich mit passendem Geschmack „Waldmeister“ – naschen.
Vorbei am württembergischen Oberamts-Grenzpfahl „Oberamt Rottenburg / Oberamt Tübingen“, wo wir in der Dunkelheit nochmals auf die Geräusche des nächtlichen Waldes horchten, kamen wir zur „Anstandsbuche“ und tauchten dort – nur durch den Ruf eines Waldkauz unterbrochen – ein letztes Mal in spannende Jagdgeschichten ein.
Eine Erdkröte, die auf den letzten Metern unseren Weg kreuzte, wurde noch in den sicheren Wald geleitet und dann konnten wir uns bei Kerzen- und Fackellicht am Grillfeuer beim Kirchholzhäusle stärken. Als Überraschung hatte Frau Wuchter für alle Ihren legendären Kartoffelsalat zubereitet, der restlos seine Abnehmer fand.
Unser Dank gilt allen Mitwirkenden, insbesondere dem Ehepaar Wuchter, Herrn Revierförster Gerster, Herrn Heinz Fauser, dem originellen Wilderer, alias Wolfgang Herzog, dem Team der Bürgerstiftung, welches die Grillstelle am Kirchholzhäusle so stimmungsvoll vorbereitet hatte und natürlich allen Dußlinger Bürgerinnen und Bürgern und auch den auswärtigen Gästen, die mit uns diesen Abend erlebt und genossen haben.