Erschienen: 29.11.2013: © Schwäbisches Tagblatt GmbHBank, Begleitung, BürgerautoBürgerstiftung Dußlingen stellt allen, die sie brauchen, Autos mit Fahrern

„Gemeinsam Gutes anstiften“ ist das Motto der Bürgerstiftung Dußlingen. Sie stellt zwei Autos mit Fahrern zur Verfügung, vor allem für Termine, die ältere Mitbürger wahrnehmen müssen.

Andere hätten es gerne, Dußlingen hat es.

Ursula Barthlen über das Bürgerauto

 

 

Dußlingen.Dienstag und Freitag, an zwei Tagen in der Woche stellt die Dußlinger Bürgerstiftung den Einwohnern des Ortes zwei Autos zur Verfügung – mit Fahrern. Für Menschen, die schlecht beweglich sind, am Bahnsteig oder im Bus kaum zurechtkommen, für Menschen, denen für Taxifahrten oder Fahrkarten das Geld fehlt.Und auch für Menschen, die sich einen freundlichen Begleiter wünschen, der ihnen bei Regen den Schirm über den Kopf hält oder die schwere Tasche ins Haus trägt. So wie Wolfgang Schondelmayer, der schon einige Erfahrungen gesammelt hat. Neben ihm gibt es noch vier Chauffeure, zwei weitere sind in Wartestellung. Man sorgt auch vor, falls ein dritter Tag nötig werden sollte. Jetzt kommen pro Tag schon acht bis zehn Fahrten zusammen.Es gibt im Dorf viele, die noch selbstständig sind, weil sie Hilfe von Angehörigen, Bekannten und Nachbarn bekommen. Aber ältere Menschen, die ganz auf sich gestellt sind, können Rückhalt gut gebrauchen.

Das meinen drei Vorstandsmitglieder der Stiftung, Ursula Barthlen, Samuel Begasse und Günter Eisenhardt, die am Dienstagmorgen an der Ecke Robert-Wörner-Straße/Maltschach eines der Autos der Presse präsentierten. Ziele gibt es genug: Krankengymnastik, Friseur, Arzt, Klinik, Einkauf, Friedhof, Besuche. Ganz umsonst sind die Fahrten nicht. „Das wollen die Leute nicht“, sagt Barthlen. Der Kostenbeitrag: innerörtlich ein Euro, Nachbargemeinden zwei Euro und Mössingen und Bad Sebastiansweiler macht drei Euro. Auch nach Tübingen kann es gehen.

Ein Personalbeförderungsschein ist nicht nötig. Da haben sie sich kundig gemacht. Natürlich wollen sie auch nicht mit Taxiunternehmen in Konkurrenz treten.

Noch handelt es sich um Geschäftsfahrzeuge. Sie sind eine Übergangslösung. Es wird ein Elektroauto angeschafft. „Unbedingt“, sagt Begasse, sollte das Stiftungsauto emmissionsfrei sein.

Zur Energieversorgung wollen die Stiftungsleute an die Gemeinde herantreten, zwecks Einrichtung einer Solartankstelle. Barthlen lobt das Bürgerauto-Modell: „Andere hätten es gerne, Dußlingen hat es.“

Das Stiftungstrio nahm in der Wörner-Straße eine weitere Banktaufe vor, nachdem schon unten an der Steinlach eine Bank aufgestellt wurde. Besonders die steilen Wege sollen mit solchen stabilen Ruhepunkten ausgestattet werden, wiederum für Ältere mit Einkaufstaschen oder Eltern mit Kinderwagen. Hier können sie Rast machen. Im Frühjahr wird es auch grün werden und blühen. Die Osterglocken nebendran sind schon eingepflanzt. Dieses Exemplar bekam den Namen „Bank Jürgen I.“, nach Jürgen Steinhilber, der sie über die Bürgerstiftung der Gemeinde gespendet hat. Der Bauhof hat sie im Boden verankert.

Das Wirken der Stiftung soll sich nicht nur auf jene erstrecken, die im sozialen System benachteiligt sind, ob Senioren oder Kinder. Dafür, so Barthlen, braucht es engagierte Bürger, die sich, auch wenn sie im Ruhestand sind, für eine „übergeordnete Sache“ einsetzen.

Info: Das Dußlinger Bürgerauto ist abrufbar unter Telefon: 07072 / 2635

Jürgen Jonas

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